Daten: Gegründet wurde die Zunft der Friburger Münsterstadt - Narren am 14.11.1975.  

Patenzünfte: Rebläuse und Blaue Narren 

Aufnahme in die Breisgauer Narrenzunft am 11.11.1979.  

Mitglied im Verband Oberrheinischer Narrenzünfte. 

 

Figur und Bedeutung: Als Figur für den "Münsterstadt - Narr" wurde der am 3. Chorstrebenpfeiler auf der Südseite des Freiburger Münsters angebrachte "Wasserspeier" (1.Hälfte des 16. Jahrhunderts) ausgewählt - in den Münsterblättern auch als " Narr mit der Schellenkapp" bezeichnet. Er trägt ein schellenbesetztes Gewand, seinen Kopf bedeckt eine Eselohrenkappe und auf der rechten Schulter trägt er ein krugähnliches Gefäß. Über die Bedeutung der verschiedenen Darstellungen der Wasserspeier gibt es unterschiedliche Interpretationen. Die einen sprechen von einer abschreckenden Wirkung der oft dämonischen Figuren, die ihre Artgenossen vom Gotteshaus fernhalten sollten, andere sehen in ihnen die menschlichen Laster verkörpert, die zur Warnung und Abschreckung der Gläubigen angebracht wurden. Im Mittelalter war der Dämonenglauben stark verbreitet, anderseits aber auch der "volkstümliche " Narr, der den Menschen mehr oder weniger scherzhaft das Spiegelbild ihrer eigenen Schwächen und Fehler vorhielt. Bekannt wurde dieser Narrentypus durch das "Narrenschiff" von Sebastian Brant. In diesem 1494 erschienenen, eher satirischen Werk werden in vielen Versen mithilfe des Narren als Symbolfigur den Menschen ihre Laster und Untugenden vor Augen geführt. 

Zu dieser Kategorie gehörend - schelmisch und volkstümlich - zählen wir "unseren" Narren. Deshalb blickt die Münsterstadt-Narren-Maske freundlich in die närrische Welt und nicht so ernst wie der Wasserspeier am Münster.

Funktionell betrachtet schützen die Wasserspeier das Mauerwerk vor dem Regenwasser, das über die in den Skulpturen eingearbeiteten Rinnen vom Bauwerk "weggespeit" wird.

 

Eine Symbolfigur - zwei Namen
 

1967 wurde der Münsternarr als Einzelfigur der Friburger Fasnet von der Breisgauer Narrenzunft (BNZ) ins Leben geurfen.
 

Als 1975 dann unsere Zunft gegründet wurde, war zunächst beabsichtigt, ihr den Namen "Zunft Friburger Münsternarren" zu geben. Von verschiedenen Seiten wurde jedoch befürchtet, es könnte zu Verwechslungen mit der "BNZ - Einzelfigur" des Münsternarren kommen. Da Freiburg jedoch, wie z.B. Breisach und Ulm, eine Münsterstadt ist, einigte man sich einvernehmlich auf den Namen " Münsterstadt - Narren".
 

Das Häs 
 

Das Häs besteht aus einer langärmeligen gelben Bluse, einem grünen Oberteil (Wams), lila Hose, gelben Socken, Schnabelschuhen mit hohem Schaft, grünen Handschuhen, einer lila Kapuze, dem Wams und den Schuhen sind Schellen angebracht. Die Maske ist aus Lindenholz geschnitzt. In Anlehnung an die Figur des Wasserspeiers trägt der Münsterstadt - Narr auf der linken Schulter ein ledernes Rohr. In der Zunftchronik sind die Farben so beschrieben: "Die Farbe Lila wählte man aus Ehrfurcht zum Münster, Gelb soll altbadische Herkunft deuten und Grün freien Lauf dem Narren weisen."
 

Mitgliederstand aktiv
 

26 Hästräger und 9 Narresome
 

Aktivitäten

Jedes Jahr, am 1.Samstag nach dem 11.11., findet der traditionelle "Zunftabend" statt,

ein bunter unterhaltsamer Abend mit Programm; sofern Anwärter zur Aufnahme in die Aktivität anstehen, wird die Hästrägertaufe durchgeführt.
 

Auch außerhalb der närrischen Zeit treffen wir uns. So findet einmal im Monat das Zunftkegeln statt, an dem aktive und passive Mitglieder teilnehmen können. Auch Gäste sind herzlich willkommen.
 

Außerdem werden Fahrradtouren, Wanderungen und ab und zu auch mal Hüttenwochenenden organisiert und wir besuchen die Sommer- bzw. Grillfeste befreundeter Zünfte.
 

 

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